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Symposium zur Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Europa

Der DVGeo lädt am Mittwoch, den 09. September ab 14:00 zu seinem Symposium "Endlagerung hochradioaktiver Abfälle – Europäische Strategien und Erfahrungen" ein, bei dem positive Beispiele für den Prozess der Standortwahl und der Endlagerung vorgestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wie soll die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens aussehen?

Angestoßen durch eine Diskussion in der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft (DMG) über teilweise bedenkliche Praktiken in der wissenschaftlichen Publikationslandschaft hat Anselm Loges eine Diskussions-Mailing-Liste zum Thema "Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens" gestartet.

Dort sollen Ansätze zu alternativen Publikationsformen diskutiert werden, die die Probleme, die es derzeit mit kommerziellen Verlagen und Predatory Journals gibt, umgehen können und die Kontrolle über die wissenschaftliche Publikationslandschaft zurück in die Hände der wissenschaftlichen Community geben.

Vorgeschlagen wird hier ein System für wissenschaftliches Publizieren, das ohne die Rolle eines Verlegers im traditionellen Sinne auskommt. Der Vorschlag birgt die Chance, Bürokratie zu senken und dadurch schnelleres Publizieren sowie mehr Flexibilität für Spezialformate wie Datensammlungen, technische Handbücher oder negative Ergebnisse mit strengen Peer-Review-Verfahren zu ermöglichen. Dem Verfasser erscheint diese neue Vorgehensweise notwendig, weil die umfassende Kommerzialisierung der wissenschaftlichen Zeitschriften in den letzten Jahrzehnten zu wachsender Besorgnis über den Einfluss monetärer Interessen auf den wissenschaftlichen Prozess geführt hat. Unabhängig davon, ob diese Bedenken in jedem einzelnen Fall gerechtfertigt sind oder nicht, müssen sie im Interesse der Stärkung des öffentlichen Vertrauens in die Wissenschaft dringend adressiert werden.

 Das vorgeschlagene System basiert auf einem offenen Standard, der den Reviewprozess sowie die Verantwortlichkeiten aller beteiligten Parteien definiert. Es definiert keine Details wie Formatierungsregeln oder die Anzahl der Reviewer; diese Entscheidungen werden dem Editor überlassen. Es ist als ein zusätzlicher Weg des wissenschaftlichen Publizierens für Themen von Formaten gedacht, die anderweitig schwer zu publizieren sind, sowie für Autoren, die es vermeiden wollen, für bestimmte Verlage zu arbeiten, die ggf. ein effektives Zeitschriftenmonopol in ihrem jeweiligen Forschungsgebiet haben. Es ist ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu klassischen Society Journals gedacht, sondern vielmehr als ein Weg, um die Gründung neuer Zeitschriften aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft heraus zu erleichtern, wenn Bedarf an neuen Formaten besteht. Wissenschaftliche Gesellschaften, Universitäten oder ähnliche Organisationen können als Plattformen für Editoren und Publikationen fungieren und zusätzlich zu den in diesem Dokument beschriebenen Anforderungen weitere Details definieren und so als virtuelle Zeitschriften fungieren.

Wir möchten hiermit alle Interessierten aus der Geo-Community herzlich zum Mitdiskutieren einladen. Mit diesem Link können Sie sich in die Mailing Liste eintragen. lists.spline.inf.fu-berlin.de/mailman/listinfo/future_of_publishing

Auf der Seite besteht die Möglichkeit, die bisherige Diskussion nachzuverfolgen - sie ist im Archiv gespeichert.

 Das oben beschriebene System Free Science Publication Standard finden Sie hier noch einmal ausführlicher als Denkanstoss in PDF-Form (Englisch).

Studium und Lehre in der Corona Krise

Über eine Umfrage hat der Dachverband der Geowissenschaften DVGeo ein Meinungsbild erstellt, ob und ggf. in welchem Umfang die digitale Lehre auch in den Geowissenschaften möglich ist.

Über 600 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt – Geo-Studierende (61%), Lehrende (29%) und weitere Vertreter der Geo-Community (10%).

 

Digitale Lehre - sinnvoll oder nicht?

Auf die Frage, ob es sinnvoll erscheint, das nächste Semester im Fach "Geowissenschaften" digital durchzuführen, antworteten 49% mit „Ja“, 25% mit „Nein“. Aufgeteilt auf die Teilnehmergruppen stellt sich das Ergebnis wie folgt dar.

Abgefragt wurde bei den Lehrenden auch der aktuelle Stand der Diskussion an ihren Instituten. An den meisten Universitäten wird der Start des Lehrbetriebes um eine oder mehrere Wochen verschoben, die dann beginnende Lehre soll digital (63% der Antworten) oder überwiegend digital (16%) stattfinden, bei 12% der Antwortenden ist eine Entscheidung bislang noch nicht gefallen. 5% der Antwortenden gaben an, dass die Digitalisierung derzeit vorangetrieben werde, während ebenfalls 5% davon ausgehen, dass bei ihnen nicht auf digitale Lehre umgestiegen wird.

Welche Tools werden verwendet?

Genutzt werden sollen für die digitale Lehre Videokonferenz-Tools wie Cisco WebEx, Skype/Teams, Zoom, BigBlueButton, Adobe Connect oder Collaborate Ultra.

Auch Learning-Management Platt­formen wie Canvas sollen für Vorlesungen, Praktika und Klausuren genutzt werden. Als weitere Formate wurden Blogs, Wikis, und Podcasts genannt. Vorlesungen sollen als 90 minütige Videofilme an die Studierenden gebracht werden oder als Live-Streams.

Als großes Problem werden vor allem die Serverkapazität der Universitäten und die Kapazitäten der EDV Abteilungen angesehen.

Die Studierenden sehen die Digitalisierung der Lehre durchaus auch als Chance für die Zukunft. Besonders die Nutzung von Konferenztools für die Aufzeichnung von Vorlesungen gilt bei ihnen als unproblematisch.

 

Wertung des Semesters

Sehr differenziert ist der Umgang mit der Wertung des Semesters. Die Rückmeldungen reichen hier von „Prüfungen sollen stattfinden“, u.U. als Open-book-Klausur bis zu „Prüfungen sollen nicht stattfinden“. Auch alternative Formate für Abschlussprüfungen wie Berichte oder Übungen werden diskutiert, für Abschlussarbeiten sind teilweise großzügige Verlängerungsregelungen im Gespräch.

Sowohl Lehrende als auch Studierende sehen die Forderung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Forschung und Lehre, das jetzt folgende Sommer-Semester solle ein „Nicht-Semester“ werden, um der Corona-Krise gerecht zu werden, überwiegend kritisch, da es die Beendigung des Studiums hinauszögere. Dieses „Nicht-Semester“ würde bedeuten, dass Lehre im Sommersemester stattfindet, aber das Semester formal nicht gezählt werden würde, um dem erhöhten Organisations- und Kommunikationsaufwand Rechnung zu tragen. Der Umgang mit Bafög ist in diesem Zusammenhang bislang noch unklar.

 

Geländeveranstaltungen und praktische Übungen

In einem Punkt herrscht allerdings große Übereinstimmung zwischen Studierenden und Lehrenden: Geländeveranstaltungen und praktische Übungen sind für die Lehre von geowissenschaftlichen Inhal­ten unabdingbar und kaum durch digitale Formate zu ersetzen. Die Studierenden legen großen Wert darauf, dass die praktischen Übungen und Geländeveranstaltungen nachgeholt werden können.

Mit dieser Problematik gehen die Lehrenden, die sich an der Umfrage beteiligt haben, sehr unterschiedlich um:

In den meisten Fällen ist eine Verschiebung geplant, teils auf unbestimmte Zeit, teils auf das SS 21, das  WS 20, das Ende von SS 20 als Blockkurs oder bis Ende Mai. Einige der Umfrageteilnehmer sind noch auf der Suche nach umsetzbaren Lösungen wie alternative Formate oder andere Termine bzw haben noch keine Informationen vorliegen. Ein kleiner Teil gab an, dass Geländeveranstaltungen und Übungen entfallen werden während ein anderer (noch) von einer regulären Planung ausgeht.

 

Insgesamt mag es für viele Fächer sinnvoll erscheinen, sie komplett digital zu unterrichten – auch wenn hier derzeit noch nicht alle Optionen bekannt und ausgereift sind. Bei praxisorientierten Fä­chern wie den Geowissenschaften kann in der aktuellen Situation der theoretische Teil anscheinend größtenteils digital unterrichtet werden, die noch ausstehende Praxis sollte zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

 

 

Symposium "Endlagerforschung in Deutschland" erfolgreich

Das von DVGeo und BDG  veranstaltete Symposium war mit über 100 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Behörden sehr gut besucht. Erkennbar wurde die Vielzahl der aktuell laufenden Forschungsprojekte in diesem Bereich – mit den damit einhergehenden Problemen wie Abstimmung, Nachwuchs und erforderliche Transparenz.

Neben dem VBGU war auch wieder das Museum für Naturkunde Berlin Unterstützer des Symposiums und ist seiner Rolle als neutraler Ort der Wissenschaftskommunikation gerecht geworden. Einen ausführlichen Bericht der Veranstaltung lesen Sie in der kommenden Gmit, die Beiträge der Referenten sind schon teilweise verfügbar:

Standortunabhängige, anwendungsorientierte Grundlagenforschung zur nuklearen Entsorgung (Dr. Hans-Christoph Pape, Referatsleiter Nukleare Sicherheits- und Entsorgungsforschung, Kernenergie, BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie))

Forschungsprojekte zur Charakterisierung potenzieller Wirtsgesteine und zur Optimierung der geotechnischen Barrieren (Dr. Jan R. Weber, Fachbereichsleiter Langzeitsicherheit, BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe))

Forschungsprojekte zur Endlagersicherheit (Dr. Jörg Mönig, Leiter des Bereichs Endlagerung, GRS (Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit))

Helmholtzforschung zur Endlagerung -  NUSAFE + iCross (Prof. Dirk Bosbach, Direktor des Instituts für Energie und Klimaforschung, Forschungszentrum Jülich)

ENTRIA - Entsorgungsoptionen für radioaktive Reststoffe – Eine Forschungsplattform gefördert vom BMBF (Prof. Klaus Röhlig, Institut für Endlagerforschung, TU Clausthal)

Aufgabenbezogene Forschung und Projekte des BfE, (Dr. Axel Liebscher, Fachgebietsleiter FA2, BfE (Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit))

Forschungsbedarf zur Standortauswahl der BGE (Dr. Jörg Tietze, Bereichsleiter Standortauswahl, BGE (Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH))

Nachwuchs für die Forschung (Prof. Jörn Kruhl, BDG (Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler))

Schematische Übersicht: Endlagerung: Aufsicht, Beratung, Berichtspflicht & Forschung

Kernpunkte + Thesen des Symposiums: „Endlagerung in Deutschland – Forschungsbedarf und Rahmenbedingungen“ vom 12. Oktober 2018 am Museum für Naturkunde

Eine Veranstaltung des DVGeo und des BDG unterstützt von VBGU und dem MfN.

Im Standortauswahlverfahren sucht Deutschland vergleichend, partizipativ, wissenschaftsbasiert, transparent, selbsthinterfragend, lernend und reversibel den Standort innerhalb Deutschlands mit der bestmöglichen Sicherheit für eine Million Jahre in tiefen geologischen Formationen aus Steinsalz, Tongestein oder Kristallingestein, rückholbar in der Betriebsphase, 500 Jahre bergbar.


• Herausforderung: gesellschaftlicher Konsens.
Partizipation und Akzeptanz sind notwendige Vorgaben dafür. Der neue gesetzliche Rahmen (StandAG) sorgt für hinreichende Klarheit und Strukturierung im Verfahren.


• Herausforderung: Standortakzeptanz.

Überaus wichtig: Wie gestaltet sich Beteiligung? Wer wird gefragt? Wer sind die Betroffenen?
Die Entwicklung eines Endlagers kann nicht zu einhundert Prozent prognostiziert werden. Gesucht wird die bestmögliche Sicherheit für eine Million Jahre, nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Es gibt kein ideales Trägergestein. Auch Kombinationen als Gesamtsystem sind denkbar. Für das vergleichende Verfahren der Bewertung von Endlagersystemen bedarf es weiterer Forschung.


• Herausforderung: nachwachsende Generation.
Sie muss von Anfang an und durchgängig mit eingebunden werden, denn sie wird diese Verfahren durchführen und formen. Grundwissen muss bereits in den Schulen vermittelt werden, um den Wissenstransfer auch in der Zukunft sicherzustellen. Zur Standortentscheidung 2031 und darüber hinaus werden die heutigen SchülerInnen in wesentlichen Positionen sein.


• Herausforderung: Wissenstransfer.
Die Geowissenschaften in Behörden, Forschungseinrichtungen und Universitäten verfügen bereits über großes Wissen, auf das bei der Umsetzung dieser gewaltigen Aufgaben zurückgegriffen werden kann. Auch vorhandenes Wissen und Erfahrungen aus der Geo- und Bergbau-Industrie müssen für die Charakterisierung des geologischen Untergrundes einbezogen werden.
Während des Standortfindungsprozesses werden neue, noch nicht bekannte Herausforderungen auf die Geowissenschaften zukommen.


• Herausforderung: Forschung.

Forschungsergebnisse müssen zeitnah zur Verfügung stehen. In den Forschungsinstitutionen und Universitäten muss dafür genügend qualifiziertes Stammpersonal zur Verfügung stehen.
Klare Randbedingungen in der Forschungslandschaft, langfristige Förderung und Verlässlichkeit in der Berufsperspektive sind Voraussetzungen für die notwendige Kontinuität. Nur so ist vorsorgende unabhängige Grundlagenforschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses realisierbar.


• Dringender Bedarf:
Weitere und vertiefte Forschung im gesamten Feld der Endlagerung (Grundlagen, Technologie, Akzeptanz).
Die Veranstalter bieten mit dieser und auch zukünftig geplanten Veranstaltungen einen neutralen Rahmen zur Diskussion und sehen sich in diesem Prozess als unabhängige sachlich objektive geowissenschaftliche Kompetenz.


Diese Zusammenstellung wurde vom DVGeo erstellt.

Veranstalter des Endlagersymposiums waren:

DVGeo – Dachverband der Geowissenschaften e.V. – www.dvgeo.org
BDG – Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e.V. – www.geoberuf.de
VBGU – Verband Bergbau, Geologie und Umwelt e.V. – www.vbgu.de/home/
MfN – Museum für Naturkunde Berlin – www.museumfuernaturkunde.berlin/de

Dachverband der Geowissenschaften - DVGeo

"Gemeinsam sind wir stark"

Der Dachverband der Geowissenschaften stellt eine übergreifende geowissenschaftliche Vereinigung dar, die als Interessenvertretung für die Geowissenschaften fungieren soll und seit mehr als 10 Jahren von den geowissenschaftlichen Vereinigungen Deutschlands gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.

Moderne geowissenschaftliche Forschung und Lehre erfordern einen hohen Grad an Interdisziplinarität. Gleichzeitig verlangt die Gesellschaft Antworten auf drängende Zukunftsfragen. Die Beantwortung dieser Fragen bedarf eines kontinuierlichen Austausches zwischen angewandter und grundlagenorientierter Forschung. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist am 3. September 2015 in Berlin der Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo e.V.) gegründet worden. 

Dem Verband gehören die vier größten geowissenschaftlichen Vereinigungen in Deutschland an:

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