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Protest gegen die EU-Kommission

Gemeinsam mit den mathematisch-naturwissenschaftlichen Gesellschaften in Deutschland protestierte der DVGeo gegen die Bezeichnungen der neuen EU-Kommission, die nicht mehr explizit die Bereiche Bildung und Forschung nennt, sondern unter dem Titel "Innovation und Jugend" zusammenfasste. Mit Erfolg: Forschung wird auch weiterhin namengebender Bestandteil des künftigen Ressorts der
EU Kommissarin Mariya Gabriel. Die Pressemeldung finden Sie hier.

 Die DMV (Mathematik), die DPG (Physik), der DVGeo (Geowissenschaften), die GDCh (Chemie) und die Deutsche Gesellschaft für Biowissenschaften (VBIO) zeigen sich überzeugt, dass angesichts der großen Herausforderungen, denen sich unsere Gesellschaften gegenübersehen, die künftige gemeinsame Entwicklung Europas dringend die Wissenschaften benötigt. Die Grundlagenforschung spielt dabei nicht nur in Deutschland eine entscheidende Rolle, sondern auch auf europäischer und globaler Ebene. Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung sind auch für die Errungenschaften unserer Gesellschaft, den technologischen Fortschritt und natürlich für Innovationen von grundlegender Bedeutung. Die Förderung der Grundlagenforschung für ein immer tieferes Verständnis der Natur ist daher ein kalkuliertes und entscheidendes Mittel, um für künftige Generationen langfristig in unsere Gesellschaft zu investieren.

 Die Gesellschaften befürchteten, dass durch die Streichung der „Forschung“ als Agenda der EU-Kommission die Öffentlichkeit ein fatal irreführendes Signal für den scheinbar geringen Stellenwert der Forschung erhält: Die Folge wäre, dass Forschung und Wissenschaft erheblich an Bedeutung verlieren würden, insbesondere bei jungen Menschen.

Symposium "Endlagerforschung in Deutschland" erfolgreich

Das von DVGeo und BDG  veranstaltete Symposium war mit über 100 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Behörden sehr gut besucht. Erkennbar wurde die Vielzahl der aktuell laufenden Forschungsprojekte in diesem Bereich – mit den damit einhergehenden Problemen wie Abstimmung, Nachwuchs und erforderliche Transparenz.

Neben dem VBGU war auch wieder das Museum für Naturkunde Berlin Unterstützer des Symposiums und ist seiner Rolle als neutraler Ort der Wissenschaftskommunikation gerecht geworden. Einen ausführlichen Bericht der Veranstaltung lesen Sie in der kommenden Gmit, die Beiträge der Referenten sind schon teilweise verfügbar:

Standortunabhängige, anwendungsorientierte Grundlagenforschung zur nuklearen Entsorgung (Dr. Hans-Christoph Pape, Referatsleiter Nukleare Sicherheits- und Entsorgungsforschung, Kernenergie, BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie))

Forschungsprojekte zur Charakterisierung potenzieller Wirtsgesteine und zur Optimierung der geotechnischen Barrieren (Dr. Jan R. Weber, Fachbereichsleiter Langzeitsicherheit, BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe))

Forschungsprojekte zur Endlagersicherheit (Dr. Jörg Mönig, Leiter des Bereichs Endlagerung, GRS (Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit))

Helmholtzforschung zur Endlagerung -  NUSAFE + iCross (Prof. Dirk Bosbach, Direktor des Instituts für Energie und Klimaforschung, Forschungszentrum Jülich)

ENTRIA - Entsorgungsoptionen für radioaktive Reststoffe – Eine Forschungsplattform gefördert vom BMBF (Prof. Klaus Röhlig, Institut für Endlagerforschung, TU Clausthal)

Aufgabenbezogene Forschung und Projekte des BfE, (Dr. Axel Liebscher, Fachgebietsleiter FA2, BfE (Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit))

Forschungsbedarf zur Standortauswahl der BGE (Dr. Jörg Tietze, Bereichsleiter Standortauswahl, BGE (Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH))

Nachwuchs für die Forschung (Prof. Jörn Kruhl, BDG (Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler))

Schematische Übersicht: Endlagerung: Aufsicht, Beratung, Berichtspflicht & Forschung

Kernpunkte + Thesen des Symposiums: „Endlagerung in Deutschland – Forschungsbedarf und Rahmenbedingungen“ vom 12. Oktober 2018 am Museum für Naturkunde

Eine Veranstaltung des DVGeo und des BDG unterstützt von VBGU und dem MfN.

Im Standortauswahlverfahren sucht Deutschland vergleichend, partizipativ, wissenschaftsbasiert, transparent, selbsthinterfragend, lernend und reversibel den Standort innerhalb Deutschlands mit der bestmöglichen Sicherheit für eine Million Jahre in tiefen geologischen Formationen aus Steinsalz, Tongestein oder Kristallingestein, rückholbar in der Betriebsphase, 500 Jahre bergbar.


• Herausforderung: gesellschaftlicher Konsens.
Partizipation und Akzeptanz sind notwendige Vorgaben dafür. Der neue gesetzliche Rahmen (StandAG) sorgt für hinreichende Klarheit und Strukturierung im Verfahren.


• Herausforderung: Standortakzeptanz.

Überaus wichtig: Wie gestaltet sich Beteiligung? Wer wird gefragt? Wer sind die Betroffenen?
Die Entwicklung eines Endlagers kann nicht zu einhundert Prozent prognostiziert werden. Gesucht wird die bestmögliche Sicherheit für eine Million Jahre, nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Es gibt kein ideales Trägergestein. Auch Kombinationen als Gesamtsystem sind denkbar. Für das vergleichende Verfahren der Bewertung von Endlagersystemen bedarf es weiterer Forschung.


• Herausforderung: nachwachsende Generation.
Sie muss von Anfang an und durchgängig mit eingebunden werden, denn sie wird diese Verfahren durchführen und formen. Grundwissen muss bereits in den Schulen vermittelt werden, um den Wissenstransfer auch in der Zukunft sicherzustellen. Zur Standortentscheidung 2031 und darüber hinaus werden die heutigen SchülerInnen in wesentlichen Positionen sein.


• Herausforderung: Wissenstransfer.
Die Geowissenschaften in Behörden, Forschungseinrichtungen und Universitäten verfügen bereits über großes Wissen, auf das bei der Umsetzung dieser gewaltigen Aufgaben zurückgegriffen werden kann. Auch vorhandenes Wissen und Erfahrungen aus der Geo- und Bergbau-Industrie müssen für die Charakterisierung des geologischen Untergrundes einbezogen werden.
Während des Standortfindungsprozesses werden neue, noch nicht bekannte Herausforderungen auf die Geowissenschaften zukommen.


• Herausforderung: Forschung.

Forschungsergebnisse müssen zeitnah zur Verfügung stehen. In den Forschungsinstitutionen und Universitäten muss dafür genügend qualifiziertes Stammpersonal zur Verfügung stehen.
Klare Randbedingungen in der Forschungslandschaft, langfristige Förderung und Verlässlichkeit in der Berufsperspektive sind Voraussetzungen für die notwendige Kontinuität. Nur so ist vorsorgende unabhängige Grundlagenforschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses realisierbar.


• Dringender Bedarf:
Weitere und vertiefte Forschung im gesamten Feld der Endlagerung (Grundlagen, Technologie, Akzeptanz).
Die Veranstalter bieten mit dieser und auch zukünftig geplanten Veranstaltungen einen neutralen Rahmen zur Diskussion und sehen sich in diesem Prozess als unabhängige sachlich objektive geowissenschaftliche Kompetenz.


Diese Zusammenstellung wurde vom DVGeo erstellt.

Veranstalter des Endlagersymposiums sind:

DVGeo – Dachverband der Geowissenschaften e.V. – www.dvgeo.org
BDG – Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e.V. – www.geoberuf.de
VBGU – Verband Bergbau, Geologie und Umwelt e.V. – www.vbgu.de/home/
MfN – Museum für Naturkunde Berlin – www.museumfuernaturkunde.berlin/de

Dachverband der Geowissenschaften - DVGeo

"Gemeinsam sind wir stark"

Der Dachverband der Geowissenschaften stellt eine übergreifende geowissenschaftliche Vereinigung dar, die als Interessenvertretung für die Geowissenschaften fungieren soll und seit mehr als 10 Jahren von den geowissenschaftlichen Vereinigungen Deutschlands gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.

Moderne geowissenschaftliche Forschung und Lehre erfordern einen hohen Grad an Interdisziplinarität. Gleichzeitig verlangt die Gesellschaft Antworten auf drängende Zukunftsfragen. Die Beantwortung dieser Fragen bedarf eines kontinuierlichen Austausches zwischen angewandter und grundlagenorientierter Forschung. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist am 3. September 2015 in Berlin der Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo e.V.) gegründet worden. 

Dem Verband gehören die vier größten geowissenschaftlichen Vereinigungen in Deutschland an:

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